Withings Smart Body Analyzer und Body Cardio im Test: Konsistente Näherungswerte

Für gezieltes Workout ist das konsequente Tracken von Fortschritten unerlässlich: Neben Geschwindigkeits-, Ausdauer- und Kraftrekorden sorgt ein Blick auf die sich stetig entwickelnden Körperwerte für zusätzliche Motivation. Sehr bequem geht dies mit den smarten Körperwaagen von Withings, die ich nun über ein Jahr lang nutze. Hier sind meine Erfahrungen.

Wie in einem vorigen Blogpost beschrieben, haben meine Freundin und ich uns im Jahr 2016 vorgenommen, wieder fit zu werden – neben der App Runtastic Results hat uns dabei vor allem die Waage Withings Smart Body Analyzer WS-50 begleitet, die wir nun durch den Nachfolger Withings Body Cardio ersetzt haben. Zeit also für einen Vergleich.

Anmerkung zur Benennung der Waagen: Withings erweitert seine Produktpalette ständig, wodurch alte Modelle wegfallen oder von neuen, ähnlichen Varianten ersetzt werden. Unsere erste Waage war die Smart Body Analyzer WS-50, die nicht mehr über die Withings-Website vertrieben wird und die in ihrem Funktionsumfang nicht mit der „kleinen“ Variante Withings Body identisch ist. Während die WS-50 nämlich keine Muskelmasse berechnet (die Withings Body aber sehr wohl), kann sie die Herzfrequenz anzeigen – was in der Withings Body wiederum entfernt wurde, um sie stärker von der Body Cardio abzugrenzen. Letztere bietet zusätzlich ebendiese Herzfrequenzmessung sowie die Messung der Pulswellengeschwindigkeit.  


tl;dr: Die Withings Body Cardio lohnt sich aufgrund ihrer einfachen Bedienung und ihrer vielfältigen Messwerte, wenn man bisher keine smarte Waage verwendet. Trackt man den Puls schon mit einer Smartwatch, genügt auch die einfachere Withings Body.


Warum Withings Smart Body Analyzer?

Als Gadget-Freak und angehender Quantified Self-ist war von Anfang an klar, dass uns eine smarte Waage beim Abnehmen begleiten sollte. Warum selbst Buch führen, wenn eine App uns die lästige Aufzeichnung abnehmen kann?

Wir sind also recht unbedarft an die Sache herangegangen und haben uns die vermutlich bekanntesten Vertreter angeschaut: die Runtastic Libra und eben die Withings Body. Zwar bietet erstere die Anzeige von Gewicht, Körperfett- und Wasseranteil, Muskel- und Knochenmasse, BMI, BMR und AMR (Kalorienverbrauch), doch verbindet sie sich nur über Bluetooth mit dem Smartphone, sodass selbiges zur Aufzeichnung immer in Funkreichweite sein muss. Die Withings Smart Body Analyzer dagegen misst nur Gewicht, Körperfett, Puls und CO2-Wert der Umgebung, schiebt diese Daten auf Wunsch aber per WLAN in die Cloud, sodass sie unabhängig vom Smartphone funktioniert.

Withings Smart Body Analyzer einrichten

Wie bei einem modernen Smart Device nicht anders zu erwarten, erfolgen die Einrichtung der Withings Body sowie der Zugriff auf die Messdaten per Smartphone-App für iOS und Android.

Nach längerem Druck auf die Pairing-Taste verbinden sich Waage und Smartphone zunächst per Bluetooth, um erste Einstellungen wie Maßeinheiten (imperial vs. metrisch) und anzuzeigende Messewerte sowie deren Reihenfolge festzulegen. Danach kann die Withings Body wie bereits erwähnt mit dem heimischen WLAN verbunden werden, sodass in Zukunft kein direktes Pairing mehr nötig ist.

Messung und Darstellung der Daten

Nach diesem Setup (und nachdem eventuell vorhandene Updates installiert wurden) schlägt die Stunde der Wahrheit: Beim Schritt auf die Waage gibt das Display Hinweise auf die korrekte mittige Platzierung, blinkt kurz und zeigt dann Gewicht, Gewichtsverlauf und Körperfettanteil in Prozent an. Für die Pulsmessung werden wiederum einige Sekunden in Anspruch genommen, bevor abschließend die Höchst- und Tiefsttemperaturen des Tages erscheinen.

Erhoben werden die Messewerte durch die sogenannte Bioimpedanzanalyse, bei der ein geringer Stromfluss über den Fuß, das Bein, das zweite Bein und den zweiten Fuß zurück zur Waage geführt wird. Da Muskeln, Fett- und Knochenmasse jeweils eigene Charakteristiken für die Leitung von Elektrizität besitzen, kann die Waage die jeweiligen Anteile errechnen und auf die übrige Körpermasse hochrechnen – es handelt sich also nur um Näherungswerte, keine exakten Messungen. Da sich jeder Mensch in seiner Körperform unterscheidet und etwa in verschiedenen Körperzonen unterschiedlich viel Fett einlagert, dürfen diese Werte nicht für sich alleine gesehen werden. Die Erfahrung mit der Waage über ein Jahr hinweg zeigt aber, dass die Messungen in sich konsistent sind.

Die Withings Health Mate App ist (zu meiner Überraschung besonders auf Android-Geräten, nicht so sehr aber auf dem iPhone) modern, hell und übersichtlich gestaltet.

Withings Smart Body Analyzer mit mehreren Personen nutzen

Dass eine Waage im Haushalt tendenziell von mehr als einer Person genutzt wird, hat Withings von Anfang an in der Konzeption der Health Mate App berücksichtigt. So erhält der primäre Nutzer nach der Einrichtung einen Link, über den sich bis zu 7 weitere Familien- oder WG-Mitglieder mit dem Gerät verbinden können – diese benötigen dafür allerdings einen eigenen Withings-Account.

Besonders clever ist die Zuordnung der Messwerte zu den verschiedenen Nutzer gelöst: Anhand des hinterlegten Initialgewichts weiß die Waage, wer sie gerade benutzt. Sollten die Werte mehrerer User zu nahe beieinander liegen, ordnet man sie nach dem Messvorgang durch einfache Gewichtsverlagerung dem eigenen Account zu – das Display unterstützt dabei durch die Anzeige der möglichen Richtungen und der entsprechenden Nutzerkürzel. Mit der Zeit, wenn mehrere Messpunkte pro Person einen Gewichtsverlauf andeuten, muss bedeutend weniger bis gar nicht mehr manuell zugeordnet werden und das Wiegen wird noch bequemer.

Withings Smart Body Analyzer vs. Withings Body Cardio

Nach gut einem Jahr mit der Withings Body haben meine Freundin und ich uns für ein Upgrade auf die Withings Body Cardio entschieden. Ausschlaggebend waren (neben einem sehr guten Angebot 😉) vor allem die erweiterten Messwerte, die ich wie eingangs erwähnt schon bei der Runtastic Libra als großen Pluspunkt empfunden hatte. Nun waren sie eben auch auf einem WLAN-fähigen Withings-System verfügbar – das mich in der Zwischenzeit außerdem mit seiner detaillierten App überzeugt hatte.

Neben diesen neuen Messwerten für Muskelmasse und Pulswellengeschwindigkeit überzeugt die Body Cardio außerdem mit einem Hardware-Upgrade: Statt Plastik besteht das Gerät nun aus Aluminium, ist flacher und verfügt über schnellere Sensoren, das Wiegen geht also noch schneller vonstatten.

Body vs. Body Cardio
Links die Withings Body, die optisch der WS-50 ähnelt, rechts die Body Cardio.

Einen Abstrich muss man dennoch verzeichnen: Statt den 4 AAA-Batterien verfügt die Body Cardio über einen integrierten Akku, der per Micro-USB geladen werden muss. Aus Sicht des Nutzers ist dies sehr ungünstig, da der integrierte Akku nicht nur weniger lang durchhält, sondern durch seine begrenzte Lebensdauer auch schneller zum Totalausfall des Geräts führen wird – dass genau dieser Punkt die Motivation für den Hersteller gewesen sein dürfte, der sich dadurch höhere Absatzzahlen erhofft, liegt nahe – Stichwort geplante Obsoleszenz – ein Vorteil ergibt sich durch diese Design-Entscheidung nämlich nicht.

Fazit

In meinem Fazit möchte ich zwischen 3 Fragestellungen unterscheiden, die sich teils gegenseitig bedingen, und auf die ich nach meinen Erfahrungen eine Antwort geben kann:

1. Lohnt sich die Anschaffung einer smarten Waage?

Definitiv. Ob man nun an der eigenen Fitness arbeitet oder durch bewussteres Essen abnehmen möchte, eine smarte Waage fördert die Motivation allein schon durch das Mitschreiben des Gewichtsverlaufs ungemein! Dabei integriert sie sich nahtlos in die morgendliche Routine – vor der Dusche einige Sekunden auf die Waage und fertig. Selbst wenn man in dem Moment nicht auf die tatsächlich erhobenen Werte achtet, erfüllt ein späterer Blick auf die Statistik seinen Zweck. Die Werte mögen ob der genutzten Hochrechnungsmethode nicht medizinisch einwandfrei sein (und sind besonders in Situationen kritischen Über- oder Untergewichts kein Ersatz für den Arztbesuch), aber sie geben Anhaltspunkte und sind in sich konsistent.

Man muss sich natürlich bewusst sein, dass die Daten der Withings-Waagen direkt in die Cloud geladen werden (und bei anderen Herstellern dank Cloud-Sync auch dort landen können) und dass man sich damit von den Servern und den Sicherheitsvorkehrungen der Hersteller abhängig macht. Da mir dies aber von Anfang an klar war, fließt es hier nicht in die Wertung ein – erwähnt soll es trotzdem werden.

2. Lohnt sich die Anschaffung der Withings Body Cardio?

Auch hier fällt mein Urteil positiv aus. Nach meinem aktuellen Kenntnisstand verbindet derzeit kein anderes Gerät so viele Messwerte mit einer so komfortablen Handhabung wie die Withings Body Cardio. Die Werte sind konsistent genug, um Verläufe in Gewicht und anderen Körperwerten sauber zu dokumentieren und so bei der eigenen Körperentwicklung zu unterstützen. Nicht zuletzt ist das Gerät in seinen beiden Farbvarianten sehr schick und macht sich rein optisch in jedem Badezimmer gut.

Negativ fällt nur der zuvor erwähnte Umstieg von handelsüblichen Batterien zu einem integrierten Akku auf – Nutzer und Umwelt sind hierbei die Leidtragenden.

3. Lohnt sich ein Upgrade von der WS-50 auf die Body Cardio?

Bedingt. Da in meinem Fall dem Fettabbau ein Muskelaufbau folgte, musste es eine Waage mit Messung der Muskelmasse sein und da ich beim Upgrade von der WS-50 nicht die Herzfrequenzmessung verlieren wollte, schied die Withings Body von vornherein aus.

Ich würde die Entscheidung von mehreren Faktoren abhängig machen. 1. Dem Ziel des Trackings: Ist die regelmäßige Überwachung der Herzfrequenz gewünscht, kann man über die Body Cardio nachdenken. 2. Dem Vorhandensein anderer Tracking-Devices: Verfügt man etwa schon über eine Smartwatch mit zuverlässigem Puls-Tracking, kann dieses regelmäßiger und in verschiedenen Situationen genutzt werden. 3. Dem Preis: Die Body Cardio gibt es bei verschiedenen Elektronikhändlern immer mal wieder im Angebot zum selben Preis, den Withings auf seiner Website für die Body veranschlagt. Hier sollte man natürlich zum besseren Gerät greifen.

Withings Health Mate herunterladen

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Ein Gedanke zu “Withings Smart Body Analyzer und Body Cardio im Test: Konsistente Näherungswerte

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