Runtastic Results im Test: 20 Kilo in 6 Monaten

Anfang 2016 haben meine Freundin und ich uns vorgenommen, fitter zu werden. Sie hatte, bedingt durch ihren stressigen Beruf, an Gewicht zugelegt und auch ich war schon einmal fitter als nach meinem Berufseinstieg. In diesem Artikel beschreibe ich, wie wir dank Runtastic Results in nur 6 Monaten von Couch Poatoes zu motivierten Hobbysportlern wurden.

Schon während des Studiums und später während des ersten festen Jobs meiner Freundin hatten wir versucht, durch den Gang ins Fitnessstudio einen Ausgleich zu unserem schreibtischlastigen Alltag zu finden. Diese Versuche scheiterten in der Regel an einem Teufelskreis aus zu wenig Zeit, zu wenig Motivation und entsprechend mangelnden Fortschritts.

Runtastic Results vs. Freeletics

Abhilfe versprachen Fitness-Apps wie Freeletics oder das Runtastic-Äquivalent Results mit Bodyweight-Übungen, die unabhängig von Ort und speziellem Equipment durchführbar sind – eine Stunde Zeit und eine Sportmatte genügen. Beide Apps bieten in der Gratisvariante wenige Übungen, um sich mit dem Konzept vertraut zu machen. Erst mit einem kostenpflichtigen Abonnement (1 bzw. 3/6/12 Monate) ist es möglich, aufgrund von Körperdaten, Trainingszielen und kurzen Fitness-Tests einen angepassten Trainingsplan erstellen zu lassen.

Preisvergleich

Runtastic Results (Euro) Freeletics (Euro)
1 Monat 9,99
3 Monate 34,99
6 Monate 39,99 59,99
12 Monate 59,99 79,99

Nachdem wir also beide Apps über einige Wochen getestet hatten, fiel die Wahl auf Runtastic Results. Das hatte mehrere Gründe: 1. Verzichtet Results komplett auf Hilfsmittel, während Freeletics teils einfache Gegenstände wie ein Theraband oder einen Stuhl voraussetzt. Wir wollten aber komplette Flexibilität. 2. Premium-Mitgliedschaft bei Results aktiviert auch automatisch die Premium-Features der regulären Runtastic-App – wenn man neben dem Krafttraining gerne laufen geht, definitiv ein Vorteil. 3. Integriert sich Results sowohl mit Apple Health als auch mit Google Fit, was das konsequente Tracking über lange Zeit auch unabhängig von speziellen Apps ermöglicht.

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Ein einfaches Workout ohne Trainingsplan.

Der Einstieg

Zum Einstieg erfasst Results wie oben erwähnt grundlegende Körperdaten wie Größe und Gewicht, fragt nach dem Trainingsziel (abnehmen, Ausdauer oder Muskeln aufbauen) und verordnet dann einen Fitness-Test. Hier gilt es, in jeweils einer Minute so viele Wiederholungen verschiedener Grundübungen zu absolvieren wie möglich, etwa Jumping Jacks (wir haben damals Hampelmänner gesagt, aber das passt weniger zum harten Mucki-Image), Push-Ups (Liegestützen) und Sit-Ups. Aufgrund dieser Daten wird dann der aktuelle Stand der Oberkörper-, Core- und Beinmuskulatur errechnet, anhand eines Balkendiagramms mit dem möglichen Fortschritt während des Trainingsprogramms vergleichen und dann startet auch schon die erste Zwölfwocheneinheit.

Nun gilt es jede Woche festzulegen, wie viele Workouts absolviert werden sollen (3, 4 oder 5) und ob man zusätzlich ein Cardio-Ziel erreichen möchte, also x Minuten laufen, radfahren oder schwimmen pro Woche. Hier kommt die Integration in das bestehende, erfolgreiches Runtastic-Ökosystem zum Tragen. Den Trainingsplan für die Woche kann man dann nach belieben einsehen und in der festgelegten Reihenfolge innerhalb eines siebentägigen Zeitraums abarbeiten. Schafft man dies nicht, wird man täglich per Benachrichtigung auf das ausstehende Workout hingewiesen – ein Zähler zeigt die Tage im Verzug an.

Die ersten Wochen mit Results sind sehr dankbar, orientieren sie sich doch am anfangs gemessenen Fitness-Level. Die Hauptaufgabe der App scheint hier zunächst nicht das Steigern der Fitness zu sein, sondern dem Nutzer durch kleine Erfolge zu zeigen, wie befriedigend ein konsequentes, regelmäßiges Training sein kann.

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Nach jeder erfolgreichen Woche legt man das Workout für die folgende fest.

Ein (a)typisches Runtastic Results Workout

Ein Workout ist unterteilt in Runden, Übungen und Wiederholungen. Die Anzahl der Runden variiert dabei zwischen 3 und 5, in ganz seltenen Fällen beschränkt sie sich nur auf eine.

Pro Runde gilt es, eine bestimmte Anzahl an Wiederholungen einer Übung zu schaffen, etwa 20 Burpees. Hat man diese hinter sich gebracht, wischt man den Bildschirm des Smartphones nach oben und gelangt zur nächsten Übung, etwa 100 Jumping Jacks. Dies wiederholt man bis zum Ende einer Runde (in der Regel gibt es 4 bis 6 Übungen pro Runde), woraufhin die Übungen von vorne beginnen.

Dabei gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten: Entweder, die Anzahl der Wiederholungen bleibt pro Runde konstant, oder sie nimmt schrittweise ab. Welche Variante jeweils zum Einsatz kommt, ist aber von vornherein einsehbar.

Der oben erwähnte seltene Fall einer einzigen Runde kam während meiner insgesamt 36 Wochen Training nur einmal vor, als ich 5 Übungen jeweils mit einer extrem hohen Zahl von Wiederholungen absolvieren musste.

Während der Übungen meldet sich mitunter der virtuelle Coach anfeuernd zu Wort – dem Gefühl nach dann, wenn man für eine Übung länger braucht, als für dieselbe Übung in der vorigen Runde. Wer sich durch Sprüche wie „schau dir diese Muskeln an!“ oder „jetzt nicht aufgeben!“ mehr provoziert denn motiviert fühlt, kann sie in den Einstellungen aber auch abschalten.

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Ein fortgeschrittener Wochenplan.

Fortschritt

Spätestens in Woche 4 beginnen die Workouts, die initial veranschlagten 30 Minuten zu übersteigen. Während anfangs sowohl die Übungen als auch die Anzahl der Wiederholungen moderat sind, werden sie zunehmend komplexer und intensiver. So werden aus 12 Burpees beispielsweise zunächst 20 Four Count Burpees, Push-Up Burpees und schließlich Flat Out Burpees.

In meinem Fall nahm allerdings der algorithmisch berechnete Fortschritt schneller zu als der tatsächliche. Soll heißen: Ab einem gewissen Punkt konnte ich die geforderten Wiederholungen mancher Übungen nicht mehr am Stück absolvieren, sondern musste kurz pausieren und verschnaufen. Glücklicherweise hatte ich an diesem Punkt bereits einen solchen Ehrgeiz entwickelt, dass ich mich dennoch durchbiss und letztendlich die ersten 12 Wochen absolvierte.

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12 Wochen sind geschafft!

Fazit

Runtastic Results hat bei uns beiden, meiner Freundin und mir, zwei essenzielle Dinge geschafft: Durch den einfachen Einstieg haben wir uns schnell an regelmäßige Workouts gewöhnt und durch den deutlich sichtbaren Fortschritt gesehen, welche Resultate konsequentes Training bringt. Die App bot durch die Aufzeichnung der Fortschritte und die Synchronisierung mit den Fitness-Hubs der beiden wichtigsten mobilen Plattformen genau das richtige Maß an Selbstquantifizierung, um mich zu überzeugen und meine Freundin auf das Sport-Tracking neugierig zu machen.

Durch die Unabhängigkeit von Geräten oder speziellen Räumlichkeiten konnten wir im Winter den Keller unseres Wohnhauses zum Sport nutzen, im Sommer trainierten wir im Park um die Ecke. Und das ist das Schöne an Results: Obwohl jeder seinen eigenen individuellen Trainingsplan hat, kann man gemeinsam Sport machen – umgekehrt riskiert man aber nicht, den gemeinsamen Trainingsplan durcheinander zu bringen, sollte einer der Partner durch eine Geschäftsreise oder Krankheit verhindert sein. Wir waren sogar so konsequent, dass wir unser Workout im Urlaub fortgesetzt haben.


Und das ist vermutlich die wichtigste Erkenntnis dieses vergangenen Sportjahres: Entscheidend ist die Konsequenz. Das Minimum von 3 Workouts pro Woche muss unter allen Umständen durchgeführt werden, weder Arbeit noch Geschäftsreisen, Urlaub oder ein dicker Schädel nach einer langen Nacht sind eine Entschuldigung, keinen Sport zu machen.


In Zahlen

Seit meinem ersten Kontakt mit Runtastic Results am 9. Januar über den Beginn des 1. Zwölfwochenprogramms am 16. Februar bis zu seinem Ende am 7. Mai konnte ich mein Gewicht von 80,6 kg auf 75,8 kg reduzieren, den Körperfettanteil von 22,2 Prozent auf 19,7 Prozent. Bei meiner Freundin fiel der Unterschied noch krasser aus: Sie nahm von 80,3 kg und 39,4 Prozent Körperfett auf 71 kg und 32,5 Prozent ab. Nach 24 Wochen waren es schließlich 73,7 kg/18,6 Prozent bei mir und 63,2 kg/28 Prozent bei ihr – daher der Untertitel dieses Beitrags.

Was kommt danach?

Wir haben uns also nicht nur durch eines, sondern durch insgesamt 2 (Freundin) bzw. 3 (ich) Zwölfwochenprogramme gekämpft.

Meine Freundin war nach dem 2. Workout-Plan motiviert genug, sich wieder im Fitnessstudio anzumelden, während ich noch ein 3. Zwölfwochenprogramm absolvierte. Inzwischen gehen wir beide ins Fitnessstudio, wo wir uns besonders dem Krafttraining und Muskelaufbau widmen.

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Geteiltes Leid ist … auch anstrengend.

Weitere Faktoren

Während Runtastic Results uns den Einstieg in den regelmäßigen, effektiven Sport ermöglicht hat, waren am letztendlichen Erfolg noch weitere Faktoren beteiligt. Zunächst die Umstellung auf eine kohlenhydratarme, proteinreiche Ernährung, die wir besonders im ersten halben Jahr konsequent verfolgt haben und die maßgeblich bei der Gewichtsabnahme half. Außerdem ermöglichten die smarten Waagen Withings Body bzw. Withings Body Cardio, unseren Fortschritt über das Jahr hinweg zu verfolgen – hier geht es zu meinem Testbericht der Waagen!

4 Gedanken zu “Runtastic Results im Test: 20 Kilo in 6 Monaten

  1. Der Artikel liest sich ungemein toll (da viele Beispiele, detaillierte Beschreibung) und gibt vor allem Motivation und Lust, sich selbst zu betätigen!

    Bei Freeletics habe ich eine 30% Aktion mitgenommen, sodass der Preis sich mit Runtastic deckt – allerdings merkt man die kleine Anzahl an Übungen stark, da sich die Prozeduren schnell wiederholen (man dafür die Technik gut üben kann).
    Was mich noch eifersüchtig auf Euch schielen lässt, ist der Trainingsumfang – egal wie oft man als Feedback „Ich kann noch viel mehr“ angibt, ich habe noch nie ein Workout bekommen, welches trotz bestmöglicher Ausführung länger als zwanzig Minuten gedauert hat.

    Hier zB meine ersten Hell Days, bei denen ich fünf Tage die Woche angegeben habe, mir aber nur drei gegeben wurden – und wieder sieht es nicht danach aus, alsob diese länger dauern: http://i.imgur.com/hGXmb3o.png

    Danke für den Artikel!

    Gefällt 1 Person

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